Monteriggioni, Certaldo Alto und Poderi Arcangelo

Heite verlassen wir Sant’Anna in Camprena und etwas Wehmut kommt auf. Einerseits weil dies eine wirklich schöner Ort voller Ruhe und hervorragendem Essen war, andererseits, weil nun auch schon die hälfte unserer Ferien um ist.

Das Wetter macht heute Kapriolen, es regnet. passt jedoch zu meiner Stimmung. Ornella die Köchin will ihr Rezept für ihre Crostata con crema die Vanilla noch immer nicht herausrücken, aber gibt uns noch welche mit als Wegzehrung. Stefano, der arostokratisch wirkende Hausherr, Rezeptionist, Kellner und Allrounder verkauft Melanie noch eine Vino Nobile, den wir hier geniessen durften. Wir nehmen etwas Bio Olivenöl mit.

Die Toskana ist bei Regen nur halb so schön. Jetzt erst merkt man wie abgelegen hier alles ist. Ja fast etwas Trostlos. Wenn ich hier ein Haus hätte, müsste es ein Cheminée (Kamin) haben, wo ich mir ein gemütliches Feuer machen könnte.

Es geht gen Norden an Siena vorbei. Die vier dicken Koffer reiben aneinander und quietschen. Melanie stopft unsere Jacken dazwischen, das hilft etwas.  In Monteriggioni machen wir halt. Doch vorerst bleiben wir im Auto sitzen. Es regnet einfach zu fest. Dank Internet wissen wir jedoch, dass es gleich aufhören soll. Und tatsächlich es lässt nach.

Monteriggioni ist ein Mittelalterliches Fort mit 14 Türmen, wovon 11 noch mehr oder weniger gut erhalten sind. Das Städtchen begrüsst uns mit Kirchengeläut. Die kleinen Kunsthandwerklichen Geschäft haben es uns angetan.

In einem Restaurant essen wir Crostone quatro Formaggio con Tartuffo e Prosciutto und trinken einen nicht ganz so guten Hauswein dazuy Michael nimmt noch Ravioli con Tartuffo und ich Pici Caccio e Peppe. Jürgen teilt sich mit Melanie Melone con Prosciutto. Alles schmeckt hervorragend, selbst die Melone ist reif.

Wir gehen auf die Stadtmauer, aber Melanie, welche etwas Höhenangst hat, dreht um. Mir ist auch nicht ganz mulmig. Man läuft da über Gitter, welche zittern, wenn noch andere Menschen darüber laufen. Ich lauf alles schnell ab, weg von den anderen Touristen und bin dann auch wieder froh festen Untergrund unter mir zu haben.

Nun geht es weiter nach Certaldo Alto. Auch dies ist eine uralte Stadt auf einem Hügel über dem modernen Certaldo. Das Funicolare ( Zahnradbahn) geht leider nicht. So entscheiden wir uns den lokalen Bus zu nehmen. Die Fahrt ist abenteuerlich aber kurz. Certaldo Alto ist der Geburtsort von Giovanni Boccaccio der den Decamerone verfasst hat. Es windet teilweise ganz schön, aber bleibt trocken.  Auch hier gönnen wir uns ein Eis.

Unser neues Agriturismo ist nicht mehr weit weg. Und wir können auch gleich einziehen. Poderi Arcangelo liegt zwischen Certaldo und San Gimignano auf einer Hügelkette zwischen Weinbergen und Olivenhainen. Unser Apartment liegt in einem Haus unterhalb am Hang, hat jedoch einen eigenen Swimmingpool und Blick auf San Gimignano.

Das Abendessen ist einfach Bäuerlich. Risotto con Verdure, Papardelle con Ragu. Pollo an Zitronensauce mit Spinat.


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